On Mon, 30 Apr 2007 12:03:06 +0000 (UTC), "Jürgen Stupperich"
<j.stupperich@freenet.de> wrote:
>Hallo Nils,
>
>> Das ist ja das positive: Sie regiert auf die Luminaletten...ich hab
ihr
>> gestern 2x eine halbe verpassen können, und heute morgen sind die
>> Anzeichen schon grösstenteils abgeklungen...lediglich noch ein
leicher
>> Rechtsdrall ist noch festzustellen.
>
>hmm, nach meinem Wissen mu? man Luminal taglich geben, damit ein
>Wirkstoffspiegel aufgebaut werden kann. Ich habe das Zeug damals, als ich
>noch im Saarland wohnte, immer in Frankreich gekauft (auch dort
>rezeptpflichtig!), weil es knapp die Halfte kostete.
>Ubrigens ist die tagliche Gabe auch laut Internet erforderlich:
Genau. Entweder richtig, oder garnicht.
>
>
http://www.canine-epilepsy.com/Phenobarbital.html
>
http://epilepsie-beim-hund.de/fehler.phtml
>
>> Das hab ich schon ein paarmal gemacht, quasi nach jedem Anfall. Und
auf
>> jeder Site was zu lesen (und von jedem Doc zu hören), das es
keine
>> Epilepsie ohne Ohnmacht gibt.
Das ist, so ausgedrückt, eine reichlich unzulässige Vereinfachung.
>
>Hoffentlich wirke ich jetzt nicht als Klugschei?er, aber die Info stimmt so
>nicht. Man unterscheidet zwischen dem Grand Mal (Generalisierter Anfall)
und
>dem Petit Mal (Partieller Anfall).
>Letzterer Tritt durchaus ohne Bewu?tseinsverlust auf:
Hier kommt der Oberklugscheißer ;o) . Allerdings mal wieder
ausdrücklich als Humanmediziner, nicht Hundearzt.
"Grand mal" (antiquitierter Ausdruck) heißt im typischen Fall:
plötzlich umfallen, auf die eigene Zunge beißen, blau anlaufen und
Schaum vor dem Mund wegen Atemstörung, Gliederzucken in allen
Variationen, tiefschlafähnlicher Zustand nach Abklingen des Spukes,
und zum Schluß einer, der von allem nichts mitgekriegt hat.
Hatte Julius Caesar. Darum "Morbus sacer" (= "heilige
Krankheit").
"Petit mal" heißt: vergleichsweise unspektukaläre
Angelegenheit.
Z.B. nur mal für eine bis mehrere Sekunden "weg sein":
sog. " Absencen".
Motorische Symptome können auch vorkommen, aber nur kurz.
Und solche Anfälle sind nicht unbedingt harmlos. Gefürchtete Variante
bei Säuglingen: "BNS"-Krämpfe.
"BNS" steht für: "Blitz - Nick - Salaam".
"Blitz" steht für: "Zack, ich bin nicht mehr
erreichbar". "Nick" ist
eine plötzliche Kopfbewegung nach vorn. "Salaam" ist die
Vorstellung
eines orientalischen Grußes mit Ausbreitung beider Arme und
anschließendem wiederzusammenführen. Und schon vorbei in
Sekundenschnelle! Die Anfallsform führt unerkannt und unbehandelt zur
vollständigen Verblödung, unausweichlich.
"Partieller Anfall" heißt: es ist nicht das gesamte Hirn
beteiligt.
Darum kein Bewußtseinsverlust, während z.B. ein Körperteil vor
sich
hin zuckt, ohne willentlich angehalten werden zu können.
Auch wenn die Therapie hilft:
immer bleibt die Frage, ob das Problem genetisch bedingt ist, oder
z.B. durch einen Hirntumor ("worst case"). Der
"Rechtsdrall" macht
mich da stutzig.
Dann lautet die nächste Frage: muß ich das sofort wissen?
Es gibt ja eine Menge Gründe, einem Hund im schlimmsten Fall die
möglichen Therapieoptionen nicht zuzumuten, insbesondere solche, die
als Defektheilung (Behinderung) enden. Das heißt: wenn chirurgische
Maßnahmen sowieso nicht in Frage kommen, braucht man weder
Computertomogramm, noch Magnetresonanztomogramm.
Ein EEG wäre vielleicht ganz gut, denn im positiven Fall wüßte
man,
daß nicht überhaupt alles auf Irrtum beruht.
Das war jetzt mein Beitrag aus Hunde(halter)sicht.
>
>
http://www.leveste.de/dalmaweb/epilepsie1.htm
>
>
>Allgemeines Infos habe ich hier gefunden:
>
>
http://epilepsie-beim-hund.de/
>
http://www.hundezeitung.de/medizin/epilepsie.html
>
http://www.tendlife.com/anderes/other-2099.html (geduldig lesen, weiter
unten
>kommt eine sehr umfassende Antwort!)
>
http://www.border-wiki.de/index.php/Epilepsie
>
(die Links lasse ich wohlweislich stehen!)
Eckehart