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Mens Canis ...:
> Monika Schleidt schrieb:
>> Peter Sev schrieb:
>>
>>> Es geht aber gerade weder um Pinsel noch um menschliche
Hände.
>>
>> Doch, doch, um menschliche Hände gehts auch, und solange mir
niemand
>> erklärt, dass der Hautkontakt für Hunde um ein Vielfaches
gefährlicher
>> ist als für Menschen, wird das auch so bleiben.
>
> nun - er vermeint über hunde und menschen mehr zu wissen
> als langjährige vet-professoren.
> (ein solcher hat als <kritischen punkt> vor 20a das einatmen
> von terpentin-dämpfen angemerkt. "flüchtigen"
hautkontakt
> beim abputzen von pfoten samt endsäuberung mit wasser befand
> er für absolut ungefährlich.)
>
So. Jetzt sag ich was dazu, weil ich dieses um diverse Punkte
herumgestreite echt kontraproduktiv finde.
Imho geht es doch darum, dass mens´s Rat so hier nicht stehen bleiben
sollte, meint peter (ich übrigens auch), weil es MitleserInnen geben
kann, die diesen etwas lax formulierten (da mens offensichtlich mit
Terpentin regelmäßig umgeht, s.auch 3.) Rat leider in der
Häufigkeit,
Art und Weise der Anwendung *durchaus* in für ihre Nasen
*schädlichen*
Weise umsetzen könnten.
Eigentlich wollte Peter, so hatte ich es verstanden, nur eine dezidierte
Einschränkung der Umsetzbarkeit von Dir, mens, damit eben keiner "aus
Versehen" zu Schaden kommt.
Sprachlich.... nun ja, es ist nicht das erste Mal und wird auch nicht
das letzte Mal sein, dass einer/eine das Niveau hebt oder senkt und alle
hinterher-dackeln. Alle, die hier rumnörgeln, dass ihnen das sprachliche
Niveau nicht mehr gefällt, lassen sich trotzdem auf genau dieses in
ihren Antworten/Provokationen ein... Schade.
Zum Thema selbst, nein falsch, zum Terpentin selbst:
1. Terpentin ist nicht wasserlöslich, ergo kann man es nicht einfach mit
Wasser entfernen.
2. vor 20 a fanden einige Profs viele Dinge noch sehr ungefährlich, die
heute strikt unter Reglementierung stehen. (Schaut Euch bloß den
Arbeitsschutz an, oder den lapidaren Gebrauch von haushaltsüblichen
Reinigungsmitteln.... Domestos hat heute ein andere Formel, nachdem es
jahrelang "hoch gepriesen" und dann "verdammt" wurde....)
3. Jeder, der über einen längeren Zeitraum mit
"gefährlichen" oder
"gesundheitsschädlichen" Stoffen handtiert, beginnt eben diesen
Umgang
als normal zu betrachten. Viele Menschen neigen dann zur Verharmlosung.
Das ist per se nur dann ein Problem, wenn die Gefährlichkeit
gegenüber
"Unerfahrenen" herabgespielt wird. (Normalität des Einzelnen ist
halt
nicht verallgemeinerbar....ich hab Anfang der 90er auch in geschlossenen
Räumen und ohne Atemschutz Holz imprägniert... na und, es war normal.
Heute würde mich keiner mehr dazu bekommen. ;-) )
4. Mens´s Vet-Prof erwähnte die Dämpfe.... auch hierzu ein
Wort: es
handelt sich bei Terpentin um z. großen T. monocyclische oder
bicyclische Monoterpene (auch als ungesättigte
Kohlenwasserstoffe bekannt), d.h. nicht wasser- sondern fettlöslich.
Und relativ bindungsfreudig.
Die Nasenschleimhaut, ebenso wie die Haut und die Schleimhäute der
inneren Organe, können diese Stoffe (z.B. auch Pinen) aufnehmen, aber
nicht wieder einfach so abgeben. Ein Tropfen pro Jahr wirkt, da gebe ich
Dir (mens) recht, sicherlich nicht sehr belastend. Regelmäßiges
Aufnehmen jedoch schon. Und auch bei Zufuhr von frischer Luft bleibt die
Menge, die aufgenommen sprich eingeatmet wird, in meinen Augen sowohl
für Mensch, als auch (besonders durch den differenzierten Aufbau des
Riechorgans) für die Nasen, ein Risiko. (Achtung: keine generelle
Verteufelung, sondern eine nüchterne Feststellung.)
5. Wo wir gerade beim Riechorgan sind.... Terpentin, wie auch andere
Terpene, Pinen etc., sind reaktionsfreudig...
Nun atmen Mensch und Hund im selben Raum die selbe Menge ein. Beim
Menschen setzen sich einige Moleküle an der Nasenschleimhaut fest, da
diese nicht wirklich großflächig ist, wandert der Rest des
eingeatmeten
Terpentin in die Lunge, kann dort nicht einfach so extrahiert werden und
"verklebt" ein paar Zellen (Kein Drama bei seltenem Vorkommen,
schließlich passiert Ähnliches, wenn Mensch durch einen Raucherraum
geht).
Atmet nun Hund die selbe Menge ein, muss diese an einer extrem großen,
auf Duftmolekühle ausgerichtete (Terpen etc. ist nun mal ein
ätherisches
Öl...) Nasenschleimhaut vorbei. Auf dieser Schleimhaut setzen sich dann
die Moleküle ab und es gelangen nur vage Reste in den Lungenkreislauf.
Gut für den Kreislauf und die Lunge, schlecht für die Nase, die im
schlimmeren Fall schon mit Funktionsstörungen des Riechorgans rechnen
muss.
Folgen für unsere Nasen sind eigentlich absehbar, allerdings nur für
wenige erkennbar. Denn wer braucht im normalen Hundeleben eine sichere
Spürnase? Bei Hunden, die einer Nasenarbeit nachgehen, sieht das dann
schon wieder anders aus.
Achtung: auch hier wieder der Einwand, dass es sich um Möglichkeiten
handelt, und die Vorgänge, die ich hier nenne, müssen nicht zu
pathologischen Befunden führen, weil auch hier wieder die Häufigkeit,
Konzentration etc. eine große Rolle spielt.
*Aber* es bleiben Risiken, denen ich meinen Hund/meine Hundine nicht
aussetzen möchte.
6. Heute ist Terpentin mit diversen R/S Sätzen behaftet, Gefahrgut
Klassifiziert (30 UN 1299) und mit besonderen Maßnahmen im Transport
worst case bedacht. Außerdem ist es als krebserzeugend (K at. 3A Stoffe,
die wegen erwiesener/möglicher krebserzeugender Wirkung Anlass zur
Besorgnis geben) eingestuft, es besteht Gefahr der Sensibilisierung der
Haut (kann jeder, der mit Terpentin umgeht, bestätigen: die Haut, die
mit Terpentin gereinigt wird, ist nahezu fettfrei - hinterher, d.h.
nach sehr kurzer Einwirkzeit).....
Meine Hände, bzw. die Haut an ihnen, sehen nach Terpentinbehandlung
jedefalls über gut drei Tage, trotz Handcreme, sehr weiß und stumpf
aus.
Der letzte Punkt ist in meinen Augen ein Zugeständnis daran, dass es
eben im Laufe der Zeit immer weitere Sensibilisierungen in Bezug auf die
Gefährlichkeit von Stoffen gegeben hat.
Das wiederum soll niemanden an den Pranger stellen, sondern eine
wertfrei aufgezeigte Entwicklung abbilden.
Nun ja, mir ist durchaus aufgegangen, dass zur Zeit hier einige Poster
einiges, was geschrieben wird, sehr persönlich interpretieren. Das
wäre
schade, aber wohl auch nicht zu ändern.
Mir geht es eigentlich nur darum, dass das Verharmlosen von Stoffen in
keinem Bereich (von Tabak über Alkohol etc....) zu guten Ergebnissen
geführt hat, und dass Menschen ihren Hunden chemisch agressive Mittel
überwiegend ersparen können, wie es hier ja auch schon von anderen
Postern vorgeschlagen wurde (Butter, Erdnussbutter, Schere, TA etc.).
Ich sag nicht, dass wir uns ins Lande Fairy Tail zurückziehen sollen,
trotzdem kann jeder für sich doch ein bisschen vorsichtig mit
anvertrauten Wesen umgehen....
cu
petra cave c.
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