> Auf die Spaziergänge freuen wir uns! Aber wir wollen dem Hund keinen
> trostlosen Alltag dazwischen zumuten. Ein Tierheim hat uns gestern
> gemailt, dass sie keine Hunde abgeben, die länger als 4 Stunden
> alleine
> sein werden. Das ist für uns schon ein starkes Argument... leider
> gegen einen Hund.
Das ist imho ein Armutszeugnis fuer das Tierheim!
Es gibt nun mal nicht genuegend supersportliche Rentner mit qkm grossem
Garten in der BRD....
Die sollten froh um jeden *ernsthaften* Interessenten sein!
Denn wer wirklich einen Hund moechte und dann keinen im TH bekommt, wird ihn
sich woanders "beschaffen"
Das ist dann aber hoechst kontraproduktiv!
Ich rate Dir bzw Euch: Sucht Euch ein gutes Tierheim bzw ein Tierheim,
welches von Leuten geleitet wird, die ein echtes Interesse daran haben, ihre
Hunde in gute Haende unterzubringen. Dann muesst ihr nur Glueck haben
und/oder eben Geduld bis der "passende" Wauwau dort auf Euch wartet!
Viele Gruesse
Juergen
PS: Unser Hund auch aus dem Tierheim muss oefter mal bis zu 7,5 Std alleine
bleiben. Dafuer laeuft er aber eben nicht nur *nebenher* bei uns... sondern
wir kuemmern uns viel um dieses Familienmitglied. (keiner in der
hundereichen Nachbarschaft geht soviel raus mit seinem Wauzi, wie
wird...egal welches Wetter!)
Ich denke das ist allemal besser, als wenn wir uns gegen Hund entschieden
haetten. Sowohl fuer den Hund, wie auch fuer uns!
> Trotzdem bin ich kein Experte. Deshalb wollte ich wissen, wie ein Hund
> auf 5-6 Stunden "Einsamkeit" reagiert. Als ich noch bei meinen
Eltern
> wohnte, war immer jemand zu Hause, unsere Tiere waren nicht alleine.
> Das wäre jetzt anders, und dazu suche ich Rat.
Man kann jeden Hund an das alleinesein gewoehnen. Aber das hier mal kurz
abzuhandeln ist schwierig.... Es gibt dazu auch zig unterschiedliche
Meinungen.
Generell gilt dass ein aelterer Hund meist einfacher ans Alleinsein gewoehnt
werden kann als ein junger. Ausserdem kommt es auch ein wenig auf die Rasse
an. Manche Rassen neigen zum Dauerklaeffen.... was dann eventuell Probleme
mit den Nachbarn mit sich bringt.
Ein gutes Tierheim wird da auch kompetent beraten!
Am besten, Du kaufst Dir mal ein gutes Buch...
Ich finde zB "Welpentraining mit Gudrun Feltmann. Der gute Start"
ganz gut.
oder auch "Die Kunst, mit dem Hund zu reden. Ein erfolgreicher Weg
für
Erziehung und Beschäftigung." (auch von der Frau Feltmann)
> Das will auch keiner sagen- die koennen durchaus sehr liebenswert
> sein, jedoch sind die Anlagen wirklich bedenklich und
> allgemeingefaehrlich!
Auch die ach so beliebten "Familienhunde" Golden Retriever sind
kaputtgezuechtet.... Die ueberwiegende Mehrheit dieser Hunde zeigt kein
richtiges Aggressionsverhalten mehr! Da wird nicht geknurrt oder gar Fell
gestraeubt oder Ohren angelegt.... ein Golden Retriever beisst im Ernstfall
ohne Warnung zu!
Aus diesem Grunde muesste man verflixt viele Hunderassen, die sich atypisch
verhalten oder hohes Aggressionspotential genetisch bedingt besitzten auf
diese Listen setzten. Allen Voran den Deutschen Schaeferhund!
Das Problem ist aber eigentlich nicht der oder die "gefaehrlichen"
Hunderassen...vielmehr mueeste jeder Hundehalter erst einmal einen
Eignungstest, Wesenstest und Wissenetest bestehen! Denn wenn die Leute sich
mit ihrem Hund auch 100% auskennen wuerde extrem viel weniger passieren!
Gerade Rottweiler und Schaeferhunde sieht man doch viel beim BGS und/oder
Polizei.... warum wohl?!
> Meine eigenen Hunde stehen mir sowieso näher als alles Andere, und
bei
> fremden Hunden und Kindern mag ich auch meist die Hunde lieber.
Jepp!
Wenn ein Kind bei mir einbrechen wuerde und mein eigentlich harmloser Hund
bedingt durch sein Territorialverhalten dieses beissen wuerde haette *ich*
kein Problem damit.
Im Gegenteil: Ich wuerde den Eltern gewaltig Dampf machen, denn die sind
immer noch fuer deren Baelger verantwortlich!
Ausserdem wuerde dannach bestimmt kein weiteres Kind mehr mein Grundstueck
betreten ;-)
Post subject: Re: Vor Gericht und auf hoher See...
Posted: 2004-01-13 16:50:49
Replies: 64 Views: 169
Birgit Balzer wrote:
> Keinen kinderhassenden Hund zu Kindern.
>
> Wenn ich ihn zum Kinderhasser gemacht habe, entweder
> umprogrammieren , wenns noch möglich ist, oder abgeben. Ich
wäre
> eher am umprogrammieren. Habe es bei meinem Hund geschafft, der wurde
> als Junghund am Zaun von 4-5 jährigen mit Stöcken heiß
gemacht. Den
> juckt jetzt kein Kind mehr, dank meiner verständnisvollen und
> hilfsbereiten Verwandtschaft. Kinder können kreischend wegrennen,
> null Reaktion. NUR: alleine mit Kindern ist der niemals im Leben.
Vergiss es! Wir hatten auch einen an sich superlieben Hund aus dem Tierheim,
der nur einen kleinen Fehler hatte: Er mag keine Kinder (sagte man uns und
wir sollten also vorsichtig sein)
Als er aber bei 2 verschiedenen Kindern supernett und verschmust reagiert
hat konnten wir es kaum fassen, als er beim 3.Kind welches ihm begegnete
einfach ohne jegliches Warnsignal zugepackt hat :-(
Haette ich das Biest nicht an der Leine zurueckgerissen waere das garantiert
ne Schlagzeile geworden.... aber nicht eine Kampfhund-Schlagzeile...denn er
war ein Golden Retriever!
Ein Hund, der einmal abnormes Verhalten gezeigt hat, ist imho nie nie nie
mehr zurechenbar bzw viel zu gefaehrlich fuer die Allgemeinheit.
Der Junge der gebissen wurde hat "nur" eine kleine Narbe unterhalb
der
Lippe.... aber die hat er nun sein ganzes Leben lang und ich bin Schuld :-(
Seitdem habe ich NULL Verstaendnis fuer eine "umprogrammierung" eines
Hundes. Ein Hund der einmal gebissen hat, sollte so schnell wie moeglich
eingeschlaefert werden.
Vieleicht sehe ich das etwas krass.... aber mir ist heute noch schlecht wenn
ich an das Kind denke.
Ich hatte diesen Hund sehr gerne! Er war echt lieb zu uns und es hat mich
viele Traenen gekostet, als ich ihn zurueck ins Tierheim bringen musste.
Aber ich haette es nicht verantworten koennen....er haette in 10 Jahren ja
wieder "rueckfaellig" werden koennen.
Post subject: Re: Vor Gericht und auf hoher See...
Posted: 2004-01-13 19:37:45
Replies: 64 Views: 169
Ralf Schmidt wrote:
Hallo Ralf!
>> Vergiss es! Wir hatten auch einen an sich superlieben Hund aus dem
>> Tierheim, der nur einen kleinen Fehler hatte: Er mag keine Kinder
>> (sagte man uns und wir sollten also vorsichtig sein)
>
> Warum wart ihr das nicht?
> Es bewahrheitet sich: Das Problem liegt immer am oberen Ende der
> Leine.
Natuerlich war ich mit daran Schuld. Ich dachte halt: Er hat bisher nie
negativ auf Kinder reagiert...er wird es auch in Zukunft nicht tun.
Ziemlich naiv oder?
> Das ist Blödsinn. Lies mal Bücher z.B. von Baumann. Er hat
> "gefährliche" Hunde erfolgreich sozialisiert oder war in
der Lage,
> diese Hunde sicher zu halten.
Naja. War wohl ein Spezialist. Erwartest Du dieselbe Leistung von einem
"normalen" Hundehalter?
> Das kann aber nicht jeder. Man sollte deshalb realistisch mit der
> Selbsteinschätzung und ehrlich gegenüber den
Tierheim-Mitarbeitern
> sein. Du hast einen Fehler gemacht und willst nun einen Hund dafür
> töten.
Ich sehe es so: Er kam zurueck ins Tierheim. Ist inzwischen wieder
vermittelt. Was wenn er wieder beisst? Wer ist *dann* Schuld?
Und wie wirken diese "Beissunfaelle" auf die Mehrheit der
Bevoelkerung?
Lieber einen bissigen Hund schmerzlos einschlaefern, als nochmal ein Kind
verarzten und noch dazu die Aktzeptanz der Bevoelkerung gegenueber Hunden zu
verringern.
(Die Eltern des gebissenen Jungen sind gute Freunde von uns. Damals war auch
mal ein Hund im Gespraech bei denen. Inzwischen macht die ganze Familie
riesen Boegen um alles auf 4 Pfoten....)
Natuerlich habe ich auch einen Fehler gemacht. Aber wenn man schon die
Schuldfrage stellt, sollte man alle Schuldigen suchen. Im meinen Augen wird
ein Hund nur auf etwas aggressiv, womit er extrem schlechte Erfahrungen
gemacht hat! Niemand richtet einen Hund auf Kinder ab. Also haben diesen
Hund Kinder hinreichend gequaelt um ihn diesen Hass erst aufbauen zu lassen.
Ich bin sowieso gegen Kinder.... wenn es keine Kinder mehr gaebe, haette ich
diesen Hund problemlos halten koennen und waere heute noch gluecklich mit
diesem Tier.
Ergo sind zuallererst einmal diese Drecksgoeren dran Schuld!
Als naechstes sind deren Eltern Schuld.... denn die haben es zugelassen dass
deren Kinder diesen Hund gequalt haben.
Dann ist das Tierheim auch mit Schuld: Ein gefaehrlicher Hund sollte dort
umprogrammiert werden und nicht so ohne weiteres an so naive, oder sagen wir
ruhig dumme Leute wie mich weitergegeben werden.
DANN erst bin ich Schuld: Wie konnte ich so daemlich sein, zu glauben ich
koenne den Hund einschaetzten, nur weil er ein paarmal lieb und nett zu
Kindern war?
> Als Kind bin auch ich schwer vom Familienhund gebissen worden
> (3x genäht). Aus heutiger Sicht muß ich sagen, daß daran
viele Schuld
> waren (der Züchter, meine Eltern, ich), aber sicher nicht der Hund.
Logisch. Aber wenn ein Hund einmal so weit ist, dass er beisst hat er die
magische Grenze ueberschritten. Dann gibt es solange er lebt kein, also
wirklich *kein* Vertrauen mehr in ihn. Wer was anderes sagt ist sogar noch
naiver bzw duemmer als ich!
>> Ich hatte diesen Hund sehr gerne! Er war echt lieb zu uns und es
>> hat mich viele Traenen gekostet, als ich ihn zurueck ins Tierheim
>> bringen musste.
>
> Du hast den Hund zurückgebracht, weil er so war, wie man Dir
> angekündigt hat?
Ich habe ihn zurueckgebracht weil er immer wieder haette beissen koennen.
Somit ist er unberechenbar. Wie eine Waffe die ohne Zutun jederzeit losgehen
kann. Wer sich so eine Waffe zuhause haelt ist imho nicht richtig im Kopf!
<sarkassmus on>
Aber natuerlich: DU haettest ihn "umprogrammiert". Er waere fortan
der beste
Freund aller Menschen gewesen und irgendwann freidlich an Altersschwaeche in
den Armen eines um ihn trauernden Kindes sanft entschlafen.....
<sarkassmus off>
Sorry...aber wenn Du das glaubst bist Du entweder ein Traumtaenzer oder ein
sehr dummer Mensch. Ich will Dich nicht beleidigen damit...aber was anderes
faellt mir dazu jetzt nunmal nicht ein. Aber damit Du siehst, dass ich auch
ziemlich dumm bin: Ich habe mir tatsaechlich wieder einen Hund aus dem
Tierheim geholt.... diesmal einen, der laut Tierheim-Personal garantiert
nicht beisst.... was ich nach 3 Monaten auch diesmal *wirklich* glauben und
hoffen kann.
> Bitte versteh mich nicht falsch:
> Ich finde es gut, daß Du einen Hund zurück bringst, den Du zu
halten
> nicht in der Lage bist. Ich fände es allerdings besser, wenn Du Dir
> das vorher überlegt hättest.
Es war so: Unser 15jaehrige Dackel (auch aus dem Tierheim) musste
eingeschlaefert werden weil das Tier einfach nur noch gelitten hat. Das war
das grauenvollste Erlebnis meines Lebens bis dato. Ein paar Wochen dannach
haben meine Frau und ich uns wieder nach so einem lieben Tier gesehnt....
und da die Tierheime voll sind dachten wir wir schlagen 2 Fliegen mit einer
Klappe: Wir holen uns einen lieben Mitbewohner und ein arme Tier hat es bei
uns besser als im Tierheim.
Als das klar war sind wir sogleich in die Tierheime in der Naehe gefahren.
Meine Frau sah den Hund und verliebte sich sogleich in ihn. Auch ich war
begeistert. Ein wunderschoener Golden Retriever der sofort von Anfang an
superlieb war.
Da gab es keine Diskussionen mehr. Als wir dann sagten, wir wollen diesen
Hund hat uns der freundliche Tierheim-Mensch gefragt ob wir Kinder haetten
oder wollen. Beides konnten wir guten Gewissens verneinen. Er sagte, dass
der Hund schon mal ein Kind gezwickt haette....er koenne es sich zwar auch
nicht vorstellen...aber man muesse diesen Hinweis durchaus Ernst nehmen.
Das taten wir auch.... aber als das Tier dann wirklich nett mit dem
Nachbarskind und auch mit meinem Neffen gespielt und geschmust hat, war uns
klar, dass dieser Hund nie im Leben zubeissen wuerde!
Tja....kurz drauf hat er dann den Jungen gebissen. Am Hals und Kinn des
Jungen waren noch Zahnspuren zu erkennen.... er ist durch das zurueckreissen
der Leine wohl nicht soweit an den Jungen gekommen, wie er wollte.... somit
hat er "nur" die Lippe aufgerissen.
Und jetzt erzaehl mir *bitte* nicht, dass dieser Hund jemals berechenbar
werden wird! Auch nicht vom Hundefluesterer XYZ! Niemals galube ich das. Gut
moeglich dass man ihn soweit hinbekommt dass er den Anschein macht, dass
Kinder ihn nicht stoeren....aber irgendwann wenn irgendwelche Faktoren
zusammenspielen, wuerde er wieder beissen. Garantiert! Und das kann kein
halbwegs normaler Mensch vor sich und seinen Mitmenschen verantworten! Imho
haette man besser daran getan ihn gleich einzuschlaefern.
Wenn ich es zufaellig mal mitbekommen sollte, dass er in ein paar Jahren ein
Kind zu Tode gebissen hat.... bin ich doch auch Schuld daran....ich hatte es
in der Hand ihn einschlaefern zu lassen und habe es nicht getan. Passiert
jetzt oder in Zukunft was mit diesem Hund wird es immer ein wenig auch meine
Schuld sein.
Post subject: Re: Vor Gericht und auf hoher See...
Posted: 2004-01-13 19:51:07
Replies: 64 Views: 169
Patrick Kormann wrote:
>> Als er aber bei 2 verschiedenen Kindern supernett und verschmust
>> reagiert hat konnten wir es kaum fassen, als er beim 3.Kind welches
>> ihm begegnete einfach ohne jegliches Warnsignal zugepackt hat :-(
>
> Der Pudel meiner Grossmutter hat mich auch mal ins Gesicht gebissen.
> Er blieb bei meiner Grossmutter und es gab keine weiteren
> Zwischenfälle mehr.
> Wenn man will, geht alles.
Und wenn er ein Kind totgebissen haette dannach? Deine Grossmutter waere vor
Gericht mit Recht sehr streng bestraft worden!
>> Haette ich das Biest nicht an der Leine zurueckgerissen waere das
>> garantiert ne Schlagzeile geworden.... aber nicht eine
>> Kampfhund-Schlagzeile...denn er war ein Golden Retriever!
>
> Mit zurückreissen wäre ich etwas vorsichtig, oft gibt erst das
ne
> Verletzung. Und die Bezeichnung Biest
> scheint mir etwas deplaziert.
Ein Hund der beisst ist eben nicht mehr der Freund des Menschen. Er ist dann
ein Raubtier wekches sogar gegen Menschen geht. Das nenne ich ein Biest.
Da gibt es gar nichts daran rumzudeuteln.
>> Ein Hund, der einmal abnormes Verhalten gezeigt hat, ist imho nie nie
>> nie mehr zurechenbar bzw viel zu gefaehrlich fuer die Allgemeinheit.
>
> Quatsch. Es ist allenfalls ein Grund, einen Spezialisten aufzusuchen.
Puhhh.....stehe ich wirklich soooo alleine mit meiner Meinung. Oder habe ich
ein uebersteigertes Verantwortungsgefuehl meinen Mitmenschen gegenueber?
>> Seitdem habe ich NULL Verstaendnis fuer eine
"umprogrammierung" eines
>> Hundes. Ein Hund der einmal gebissen hat, sollte so schnell wie
>> moeglich eingeschlaefert werden.
>
> Quatsch. Meist müsste eher das Herrchen eingeschläfert werden.
> Es ist allerdings wohl schon besser, dass du ihn abgegeben hast.
> Nebenbei: Gebissen geht selten so glimpflich aus. Das klingt mir
> eher nach geschnappt.
Du kannst es gerne nennen wie Du willst. Fakt ist: Der 12-jaehrige Junge war
genau wie seine Eltern und wir verdammt geschockt. Er hat recht heftig geblu
tet und der Hund wollte garantiert nicht nur spielen! Ausserdem hatte der
Junge rote Striemen an Kinn und unten am Kinn, also Hals. Definitiv waren
die vorher noch nicht dort!
Und ich hatte den Hund an der Leine und war auch darauf gefasst ihn
zurueckzureissen, sollte er Aggressionen zeigen. Dummerweise war er zu
schnell fuer mich. Ich bin nicht der allerlangsamste... er war einfach
verdammt schnell... da war kein Knurren, kein Ohren nach hinten, kein Zaehne
fletschen, kein Nackenhaar aufstellen... da war verdammt nochmal nicht der
geringste Hinweis dass er das Kind nicht mag!
>> Ich hatte diesen Hund sehr gerne! Er war echt lieb zu uns und es hat
>
> Offensichtlich, dieses Biest.
Dass er kein lieber Hund, sondern ein blutruenstiges Biest ist, hat er uns
leider bewiesen :-(
>> mich viele Traenen gekostet, als ich ihn zurueck ins Tierheim bringen
>> musste. Aber ich haette es nicht verantworten koennen....er haette in
>> 10 Jahren ja wieder "rueckfaellig" werden koennen.
>
> Bei welchem Lebewesen hast du irgend eine Garantie auf irgendwas?
Mit welchen Argumenten koennte ich eine erneute Beissattacke gegen ein
anderes Kind in ein paar Jahren rechtfertigen? Was sage ich dann den Eltern,
wenn die mich fragen ob er schon mal gebissen hat? Was antworte ich dann auf
die Frage, warum ich es zulasse dass er obwohl er bereits bewiesen hat dass
er beisst, dieses wiederum zulasse?
Post subject: Re: Vor Gericht und auf hoher See...
Posted: 2004-01-13 20:00:39
Replies: 64 Views: 169
Birgit Balzer wrote:
> Um es klar zu stellen, mein Hund hat kein Kind gebissen. Er wurde
> geärgert, und hat später mit ankläffen reagiert. Es
hätte aber auch
> schief gehen können, wenn ich ihn nicht umprogrammiert hätte. Er
war
> noch jung, und ich habe ihm vermitteln können, daß Kinder
nichts tun.
> Er hat heute überhaupt keine Problem mehr mit Kindern, das Ganze ist
> fast 10 Jahre her. Er geht einfach weg, wenn es ihn nervt. Und ich
> sorge dafür, daß er dann auch seine Ruhe hat.
Ich wuensche Die einfach mal viel Glueck fuer die Zukunft. Natuerlich
beinhaltet das auch, dass die Kinder die mit Dir bzw Deinem Hund in Kontakt
treten Glueck haben sollen!
Solltest Du, dein Hund und vor allem ein Kind nun kein Glueck haben, bist DU
es der sich dafuer rechtfertigen muss.
Vielleicht sehe ich es zu krass.... aber glaub mir: Es ist ein scheiss
Gefuehl vor einem blutenden Kind zu stehen und einfach keine Antwort zu
haben.
Und wenn ich lese:"Es hätte aber auch schief gehen können, wenn
ich ihn
nicht umprogrammiert hätte".... dann bin ich der Meinung solchen
Leuten, die
sich allen Ernstes einbilden sie koennten einen Hund
"umprogrammieren"
sollte es verboten sein einen Hund zu halten.
Es muss endlich mal eine Art Fuehrerschein fuer Hunde her. Dann haette ich
diesen Hund nicht bekommen.... und viele andere Leute haetten auch keinen
oder einen anderen Hund. Und es wuerde einfach weniger Schreckliches
passieren.
Und wenn wir schon dabei sind: Man sollte auch erst einen Eignungs und
Wissentest ablegen muessen, bevor man Kinder in die Welt setzten duerfte.
Post subject: Re: Vor Gericht und auf hoher See...
Posted: 2004-01-14 16:43:02
Replies: 64 Views: 169
Sandra Thoelen wrote:
>> Vieleicht sehe ich das etwas krass.... aber mir ist heute noch
>> schlecht wenn ich an das Kind denke.
>
> Du bist doch gewarnt worden? Du hast Dich imho selber
überschätzt.
Richtig. Also haette ich aufgrund eines Warnhinweises, der durchaus auch
falsch haette sein koennen, niemals mehr ein Kind nahe herankommen lassen
duerfen?
Klar...ich bin Schuld daran.... nicht der Hund! Aber das *weiss* ich jetzt.
Haette ich es auch nur geahnt, oder es haette das kleinste Warnsignal
gegeben, haette ich es garantiert verhindert.
> Ich habe meinen *Kindehasser* noch immer und er ist Kindern gegenüber
> nun ziemlich neutral. Es kam nie zu einer gelegenheit, dass er einfach
> hätte zu packen können, darauf habe ich geachtet und ihm im
> schlimmsten Falle Kinder vom Hals gehalten, auch wenn es mir übel
> genommen wurde. Ich habe darauf keine Rücksicht genommen auch wenn
ich
> teils von Müttern beschimpft wurde :-)
Ok....aber was, wenn Dir mal aus Versehen die Leine runterfaellt....in dem
Moment kommt ein Kind um die Ecke gerannt..... was dann wenn ein paar
saudumme Zufaelle zusammenkommen? Und wie erklaerst Du *dann* den Eltern des
Kindes, warum Du einen gefaehrlichen Hund gehalten hast?
Ziemlich unwahrscheinlich... zugegeben...trotzdem: Mir war es einfach zu
riskant.
Post subject: Re: Vor Gericht und auf hoher See...
Posted: 2004-01-14 16:45:25
Replies: 64 Views: 169
Birgit Balzer wrote:
> ich hatte es in der Hand ihn einschlaefern zu lassen und
>> habe es nicht getan. Passiert jetzt oder in Zukunft was mit diesem
>> Hund wird es immer ein wenig auch meine Schuld sein.
>>
>>
> Hallo,
>
> da steht immer noch die Frage im Raum, ob der TA das überhaupt
gemacht
> hätte. So einfach ist es mit dem Töten auch nicht. So viel ich
weiß,
> hast Du doch sicher einen Schutzvertrag mit dem Tierheim gehabt.
> Danach muß der Hund sowieso dahin zurück.
Korrekt.
Andererseits haette ich mich auch gerne verklagen lassen...
Lieber einen Vertragsbruch riskiert als in ein paar Jahren von dem gleichen
Hund in der Zeitung zu lesen :-(
Uwe wrote:
>> Das hat auch erzieherische Wirkung und erspart einen
Behördengang.
> leider hat Deine Frage nicht immer eine erzieherische Wirkung! Nach
> dem frischen Häufchenlegen im meinem Vorgarten bat ich den
Hundehalter
> höflich, doch die Hinterlassenschaft seines Hundes zu beseitigen,
> Plastiktüte und Mülleimer könne er von mir bekommen. Als
dieser
Ich frage mich dabei immer wieder weshalb es Leute gibt die auf einen
Gartenzaun verzichten und dann trotzdem davon ausgehen dass jeder Hund
zwischen Proivatgrundstueck und freier Natur unterscheiden kann?!
Ich haette den Haufen zwar weggemacht... aber es ist nicht jeder so
einsichtig bzw zuvorkommend!
Was tust Du gegen Katzen oder freilaufende Hunde die in Deinen Garten koten?
>> Ich frage mich dabei immer wieder weshalb es Leute gibt die auf einen
>> Gartenzaun verzichten und dann trotzdem davon ausgehen dass jeder
>> Hund zwischen Proivatgrundstueck und freier Natur unterscheiden
>> kann?!
>
> Es reicht ja vollkommnen, wenn der Halter das erkennt. Sollte er dazu
So? Du reisst also deinen Hund beim Absetzten einfach weg?
Toller Hundefreund! Vieleicht sollte Dich mal einer von der WC-Schuessel
reissen....
> nicht in der Lage sein, ist es wohl besser, den Hund abzugeben. Mit
> dem IQ eines Pflastersteins sollte man keine Verantwortung für ein
> Lebewesen übernehmen. Die Forderung nach dem Gartenzaun ist eine
> absolute Unverschämtheit! Frei nach dem Motto "Du hast Dein Auto
nicht
> abgeschlossen? Selbst Schuld, dass es geklaut wurde!". Klar, eine
Frau
> mit kurzem Röckchen ist ja auch selbst schuld, wenn... Diese
> Einstellung ist mehr als nur asozial!
[x] Du bist ein Troll
[x] Du liebst es in Killfiles zu stecken
[ ] Du achtest auf Deine Wortwahl
[ ] Du hast eine gute Erziehung/Manieren
> über gelegentliche Häufchen würde ich mich nun wirklich
nicht
> aufregen; aber leider habe ich ein Häuschen, daß am Dorfrand in
der
> letzten Sackgasse kurz vor dem Feld liegt. D.h. in Spitzenzeiten hat
> man täglich so 5 - 8 Häufchen von Hunden im Vorgarten, die es
nicht
> mehr bis zum Feld "schaffen". Das ist mir dann einfach zu viel,
auch
> wenn Du das spiessig finden solltest....
Bei so einer Lage muss man recht viel Freude am rumstreiten haben, wenn man
sich keinen Gartenzaun zulegt.
Ist so aehnlich wie hier der Bauer: Der wohnt direkt am Betonweg der auf die
Felder fuehrt. Er duengt 3x im Jahr seine Felder, dass man es in der
Siedlung kaum noch aushaelt. Noch dazu versaut er damit unser Grundwasser,
so dass Kleinkinder dieses nicht mehr geniesen koennen!
Und dann mault der Umweltdrecksack jeden an, wenn dessen Hund sich bei
"ihm"
vor dem Haus loest. Das Anwesen vor dem Haus ist kaum als Garten zu
bezeichnen und *tralla* natuerlich auch nicht eingezaeunt.
Ich fuehre meinen Hund inzwischen absichtlich auf diesen "Acker" :-)
> Wir haben seit einigen Wochen einen 20 Monate alten Kleinen
> Münsterländer "Ben" bei uns. Wir kommen sehr gut mit
ihm klar, und
> haben nur ein Problem:
> Ben vergisst alles um sich herum, sobald er ein Karnickel sieht. Wir
Hallo Martin!
Wir haben einen spanischen Pointer und exakt das selbe Problem.
Der Hund ist im Haus ein Traum von einem Hund. Absolut Stubenrein, lieb,
verschmust, bellt nie (ok, lieber waere es uns, wenn er mal kurz anschlaegt
wenn er was hoert...aber was solls), gehorcht aufs Wort, ist verspielt,
liebt unseren Kater.... also der eigentlich perfekte Hund :-)
Sobald er draussen ist setzt er aber sein zweites Gesicht auf.... Denn dann
interessiert es ihn nicht mehr, wer oder was da hinter ihm an der Leine
herlaeuft. Und wehe er bekommt Wildgeruch in die extrem sensible
Nase....dann ist alles aus: Er zerrt an der Leine und kirrt und fiept dass
er uns unsagbar leid tut. Er ist dann nicht mehr ansprechbar. Auch seine
Leckerli, die er sonst so liebt ignoriert er absolut. All sein Denken und
Tun ist ab da NUR NOCH aufs jagen aus.
Das belastet uns sehr. Denn einerseits waere es verantwortiungslos ihn jagen
zu lassen und andererseits quaelt sich das arme Tier draussen mit der Leine
und uns nur ab :-(
Wir haben auch schon verdammt viel versucht. Er war schon so weit, dass er
abgeleint auf 300m perfekt auf die Pfeife gehorcht hat (Tipp: Katzenfutter
aus der Dose...aber NUR bei dieser Uebung und wenn er wirklich sofort kommt)
Dummerweise haben wir einmal nicht aufgepasst.... er war zu weit weg und
hatte ploetzlich Witterung aufgenommen.... das Pfeifen war ihm dann
natuerlich scheissegal. Weg war er... er kam zwar 10 Minuten spaeter
wieder...aber seitdem nur noch Leine. Wir haben keine Lust dafuer haftbar
gemacht zu werden, wenn er im jagen vor Autos rennen wuerde und Menschen zu
Schaden kaemen.
> haben hinter unserem Haus weitläufige Felder, zwischen denen nur auf
> einer Straße gelegentlich Autos fahren. Er ist ganz wild nach seinem
Genau wie bei uns! Dummerweise kommen immer dann Autos, wenn er grade nicht
folgt. Ist also zu gefaehrlich.
> Apportierspielzeug und hört sehr gut - bis ein Karnickel auftaucht.
Er
> riecht sie schon aus einiger Entfernung, lässt sein Spielzeug fallen
> (manchmal leider auch erst später und wir müssen suchen) und
spurtet
> sofort los, ohne uns eine Möglichkeit zu geben, ihn davon abzuhalten.
Bei Keno genauso. Rehe "mag" er noch lieber. Er tut denen zwar nie
was...aber er hetzt sie. Und ein Pointer ist imho der ausdauernste Hund den
ich kenne. Er sprintet zwar nicht so schnell, aber auf dem Acker bewegt er
sich so leichtfuessig und raumgreifend, dass hier bei uns kein anderer Hund
hinterherkommt. Auf kurze Strecken auf ebenem Untergrund schlaegt ihn
allerdings ein Jack-Russel-Winzling der mords uebergewichtig ist ohne
Probleme ;-)
> Leider interessiert er sich draußen auch überhaupt nicht
für
> Leckerlies, er spuckt sie sogar wieder aus.
War bei Keno auch so. Bis wir das Futter reduziert haben. Er bekommt jeztzt
2x 100g Trockenfutter am Tag. Den Rest muss er sich draussen dazu verdienen.
Das klappt sehr gut und er wird so auch nicht dick.
Aber wie gesagt: Er wuerde wohl lieber verhungern, als freiwillig bei uns zu
bleiben wenn er hinter was her ist.
> Wir haben nun versucht mit der Pfeife immer dann ein Signal zu geben,
> wenn es was Tolles gibt, also vorm Spazierengehen, wenn er sein
> Spielzeug bekommt oder wenn es Fressen gibt. Er kennt das Signal nun,
> und kommt eifrig zu uns, wenn wir es geben, weil er gerade auf rufen
> nicht kommt (z.B. wenn er ein Mauseloch gefunden hat). Aber gegen
> Karnickel ist es wirkungslos.
Jepp. Wir haben inzwischen aufgegeben. Der Hund ist eben ein Jagdhund durch
und durch. Also nie mehr ohne Leine. Deshalb hat er nun auch 2
8-Meter-Leinen bekommen, damit er wenigstens etwas Spielraum hat. Ideal ist
es nicht. Aber die Alternative waere zurueck ins Tierheim oder unter die
Raeder bzw vor die Flinte des Jaegers :-(
> Wir verbringen wirklich sehr viel Zeit mit ihm und haben ihm schon
> einige neue Befehle beigebracht, z.B. das Bei Fuß gehen, aber in
> diesem Fall wissen wir nicht weiter. Wie können wir den Jagdtrieb so
> weit unter Kontrolle bringen, dass er zurückkommt oder sich zumindest
> ablegt wenn Gefahr besteht?
Vergiss es!
Ich glaube nicht dass so eine Erziehungsleistung von einem
"Otto-Normal-Hunde-Halter" zu erzielen sein wird. Eventuell kann
sowas ein
guter Hundetrainer nach einigen Jahren intensiven Trainings erreichen. Dazu
fehlt uns leider die Zeit und auch das Geld.
Wir sind mit unserem Keno zwar in einer Hundeschule wo er echt was
lernt...bzw wir was lernen. Aber einen Jagdhund bekommt man nicht eben mal
"weich gewaschen"
Wir werden unseren Keno halt weiterhin gut an die Leine gewoehnen und wenn
er mal an Altersschwaeche gestorben sein wird NIE MEHR einen Gebrauchshund
(also nix mit Huetehund, Jagdhund ect) anschaffen.
Achja: Ein Pointer ist ein sensibler Jaeger im Gegensatz zu einem
Muensterlaender. Also mit Gewalt oder Teletakt wuerden wir unseren Pointer
nur brechen. Eventuell koennte man bei einem Muensterlaender aber ein
Teletaktgeraet verwenden?! Imho die einzige Moeglichkeit den Jagdtrieb
"abzuwuergen". Ich haette aber zu viel Mitleid mit dem Hund und
wuerde ihn
nicht mit Elektroschocks quaelen wollen.... Trotzdem: Eventuell lernt Euer
Hund ja schnell und muss nur einige wenige Male gequaelt werden...und hat
dann dafuer sein Leben lang ein tolles leinenfreies Leben (und ihr ein
stressfreies glueckliches Hundehalterleben?!) ?!
> wenn Eurer wirklich ausgebildet ist und aufs Wort folgt, dann würde
Urgs... drinnen schon. Aber draussen sind wir noch nicht soweit. Wir haben
ihn seit 4,5 Monaten. Er ist ungefaehr 2,5 Jahre alt und aus dem Tierheim.
Ich schaetze dass wir noch 3-6 Monate mit ihm zur Hundeschule gehen muessen,
damit er wirklich "gut" ist.
Danke fuer die interessanten Texte! Habe sie eben ausgedruckt und
ueberflogen. Liest sich klasse. Allerdings muss er erst mal den
Grundgehorsam draussen reinbekommen.
Nichtsdestotrotz: Ich beobachte ihn sehr genau. Es ist halt so, dass er ein
wirklich lieber Hund ist....bis zur Witterung bzw wenn er was sieht (und er
sieht verdammt gut...leider besser als ich) Dann schaltet er in
Sekundenbruchteilen von "lieber Hund" auf "ich hatte noch nie
einen Menschen
den ich mochte und kenne auch keine Kommandos, Leckerlie oder Pfeife -
Hund"
um.
Er ist einfach nicht mehr des gleiche Hund und absolut selbststaendig. Und
genau das meine ich, dass er nie verlieren wird. Zumindest nicht bei so
einem unbedarftem Hunde-Menschen wie mir/uns hier.
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