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Topic: An allem ist der Clicker Schuld

 Post subject: An allem ist der Clicker Schuld
Posted: 2003-10-30 13:32:15 

Replies: 409
Views: 1558


"Birgit Balzer" <smallhouse@arcor.de> wrote

> Wie bitte clickert man, wenn meine Rüde einen Rüdenfeind
anmacht, der ihn
> auch anmacht? Beide geifern sich an, zum Hundehirn ist in diesem Moment
> keine Zugang. Wie clickere ich Verhalten weg wie: Aggression an der
Haustür?
> Aggression am Gartentor. Ich kann doch nicht an der Tür stehen und
clickern,
> wenn mein Hund jemanden an den Hals will.

Gar nicht.

Warum willst du ihm das denn abtrainieren??
Das gehört doch zu seiner Natur und seinem Wesen. Verbieg ihn doch
nicht. Territorialverhalten ist völlig normal. Oder soll der Hund
schwanzwedelnd auf jeden (Fremden) zulaufen, der ans Gartentor oder
die Haustür kommt? Ist ja eine grauenhafte Vorstellung (und hat
praktische Nachteile - so ein Hund läuft auch mit jedem X-Beliebigen
mit...).
Wenn meiner eine solche "Aggression" an den Tag legt, gibts viel Lob.
Aber ich würde dieses Verhalten ja auch nicht "Aggression"
nennen.

Das mit dem Rüdenfeind und Rüdenhirn hast du treffend gesagt. Ganz
so,
wie es in der Praxis auch ist. Da kannst du clickern, bis dir die
Finger wund werden (wer etwas anderes behauptet, macht sich selbst
etwas vor - kannst es ja weiter ausprobieren). Außerdem steht nirgends
geschrieben, daß sich alle Hunde grundsätzlich mit allen anderen
Hunden vertragen müssen (nur der Zeitgeist will das so, der nennt
diesen Unfug dann "Sozialisation").

> Diese Beispiele fehlen mir in diesen Büchern, ganz einfach. Ich habe
es
> einfach nicht verstanden wie ich problematisches Verhalten ändere.

Vielleicht solltest du "problematisch" umdefinieren. Problematisch
ist
in meinen Augen nur ein Hund, der unmotiviert (= *aus unserer Sicht*
ohne erkennbaren Grund) Menschen beißt, alles andere ist allenfalls
lästig.

Gruß

Topic: An allem ist der Clicker Schuld

 Post subject: An allem ist der Clicker Schuld
Posted: 2003-10-31 09:35:25 

Replies: 409
Views: 1558


Christian Weiss <christian.weiss@inter.net> wrote in message
news:<bnt9iu.3vvqul7.1@christian.weiss.berlin.snafu.de>...

> Niemand, der über grundsätzlichste Informationen zum Thema
verfügt,
> käme auf die Idee, in einer "brenzligen" Situation
herumzuclickern.
> Jeder, der grundsätzlichste Informationen zum Thema hat, weiß,
dass
> die Arbeit im Vorfeld stattzufinden hat.

Ja und? Mit "kannst du clickern, bis..." war ja nicht gemeint, in
genau der Situation. Sondern daß das Training in dem Moment halt nicht
mehr greift. Außerdem solltest du in diesem Zusammenhang (Clicker)
möglichst nicht das Wort "Arbeit" verwenden, das gehört in
einen
anderen Ausbildungsbereich (was auch jeder weiß, der über
" grundsätzlichste Informationen zum Thema verfügt").

Gruß
K.H.

Topic: An allem ist der Clicker Schuld

 Post subject: An allem ist der Clicker Schuld
Posted: 2003-10-31 10:23:34 

Replies: 409
Views: 1558


"Birgit Balzer" <smallhouse@arcor.de> wrote in message
news:<bntb8c$11tdhf$1@ID-17298.news.uni-berlin.de>...

Hallo,

> mal stellen, beim weitergehen schnappen. Ich habe das über Platz und
Zwang
> gemacht, weil ich glaube, daß die positive Verstärkung bei
diesem Verhalten
> ihre Grenzen hat. Ich denke, der Hund hat ein größeres
Interesse sein Revier
> zu verteidigen, als von mir ein Leckerli zu bekommen.

Das sehe ich genauso. Ab einer bestimmten Trieblage ist vielen Hunden
das Leckerli ziemlich egal. Da geht eben nichts ohne Zwang (wir werden
Zwang jetzt aber bitte nicht mit "Mißhandlung" verwechseln).

> Ich bin auf dem gleichen Trip, mein Hund sucht sich seine Freunde aus. Er
> mag genauso wenig jeden Hund wie ich jeden Menschen mag. Und wer mich
blöde
> von der Seite anmacht, mit dem habe ich ja auch keine Lust mehr zu
> kommunizieren. So sehe ich das beim Hund auch, wer weiß schon, was
der
> andere Hund körpersprachlich rüberbringt?

Ja, aber damit sind wir, glaube ich, definitiv in der Minderheit. Man
kann es ja oft genug beobachten - ich persönlich verstehe nicht, wie
leichtfertig die Leute mit ihren Hunden umgehen, wenn sie die völlig
sorglos aufeinander los lassen und es dann zu Keilereien mit
Verletzungen und TA-Besuchen und TA-Kosten kommt. Meistens ist dann
das Geschrei ja auch groß, und einer schiebt es auf den anderen.

> Ich könnte jede Aggression meines Hundes erklären. Mein Hund mag
nicht von
> Fremden angefasst werden, er würde zuschnappen. Das wird dann aber
als
> gestört bezeichnet.

Gestört sind wohl eher die, die einfach hinfassen.

>Als ich Kind war, konnte man die wenigsten Hunde einfach
> so anfassen. Damals war das völlig normal, heute muß man
Lämmer an der Leine
> haben.

Ach, ein Generationstreffen ;-)
Man konnte schon, aber es tat nicht gut. "Damals" schärfte man
ja
schon den Kindern ein, fremde Hunde nicht
anzufassen.Bezeichnenderweise gab es "damals" auch keine
Hundeproblematik (Stichwort Kampfhund/Listenhund). Die größeren und
"schärferen" Hunde waren erstens i.d.R. besser
ausgebildet/erzogen,
und zweitens ließ man damals seinen Hund auch nicht grundsätzlich
unkontrolliert durch die Gegend laufen.

> Problematisch wird es eben dann, wenn man dieses Verhalten nicht
> unter Kontrolle hat. Ich kann meinen Hund lesen, Problematisch habe ich
es
> deswegen genannt, weil man mit so einem Hund mehr Problem hat, als mit
einem
> verträglichen, nicht wehrbereiten Hund. Ich habe beides, und finde
meinen
> Hündin absolut unproblematisch, dafür läßt sie aber
auch jeden zur Tür rein
> und freut sich.

Letzteres ist genau der Typ Hund, den man heute haben will. Spricht ja
auch nichts dagegen, solange das Individuum so gelagert ist oder
meinetwegen auch die Mehrheit einer Rasse. Nur gibt es andere (meine
die Mehrheit einer spez. Rasse), und die sollte man dann auch nicht um
jeden Preis "verbiegen". Wenn man einen Hund mit einem hohen
Wehrtriebanteil hat, ist man als Halter eben in der Pflicht,
verantwortungsvoll mit ihm umzugehen, da darf ich dann nicht einfach
sagen "grundsätzlich keine Leine", "grundsätzlich kein
Zwang" etc. Und
man sollte dann Ausbildungsziele nicht um jeden Preis an einer
spezifischen Methode festmachen, wie dem Clicker, nur weil der im
Moment populär ist (außerdem glaube ich nicht jedem - wer
weiß, ob
(z.B.) Der-mit-dem-Hund-tanzt seinem Hund nicht das E-Gerät
umschnallt, wenn keiner zusieht... oder der mit dem Clicker). Womit
ich jetzt doch noch den Bogen zum Thema spannen konnte.


> Mir ging es nich um das Lösen meiner Probleme, sondern darum,
daß ich denke,
> das man nicht alles Clickern kann. Das es ohne Zwang nicht geht. Ich habe
> obenstehende Beispiele genannt, weil ich der Meinung bin, dort ist der
> Clicker am Ende seiner Möglichkeiten. Ich würde mich sehr gerne
vom
> Gegenteil überzeugen lassen.

Keine vernünftige Ausbildung (großer und potentiell
gefährlicher
Hunde) kommt ohne Zwang aus. Man muß ja auch unterscheiden, wozu man
ausbildet: Spaß und Spiel und Kunststückchen, oder Gehorsam und
Unterordnung. Das sind zwei Paar Stiefel.Am Gehorsam fehlts den
meisten. Aber zur Ausbildung Richtung Gehorsam ist man als Hundehalter
verpflichtet, je nach Rasse, Größe und Wesen.

Fand deinen Beitrag sehr angenehm.

Gruß
K.H.
P.S.
Könnte es sein, daß du einschlägige Erfahrung mit Abteilung A,
B und C
hast?

Topic: An allem ist der Clicker Schuld

 Post subject: An allem ist der Clicker Schuld
Posted: 2003-11-01 10:51:44 

Replies: 409
Views: 1558


"Birgit Balzer" <smallhouse@arcor.de> wrote in message
news:<bo0dmd$16h4jv$1@ID-17298.news.uni-berlin.de>...

> > Könnte es sein, daß du einschlägige Erfahrung mit
Abteilung A, B und C
> > hast?
>
> Wat is dat denn? Eventeull per Email.

Hallo Birgit,

das kann ruhig öffentlich sein.Ich weiß auch nicht warum, dein
Beitrag
hat mir irgendwie suggeriert, du hättest vielleicht Erfahrung mit der
klassischen Ausbildung von Schäferhunden (Abt. A = Fährte, Abt. B =
Unterordnung, Abt C = Schutzdienst, d.h. die drei Disziplinen der
Schutzhundausbildung im SV, Verein für deutsche Schäferhunde. Man
nennt die Einzeldisziplinen dort "Abteilung").

Gruss
K.H.

Topic: An allem ist der Clicker Schuld

 Post subject: An allem ist der Clicker Schuld
Posted: 2003-11-01 10:51:44 

Replies: 409
Views: 1558


"Birgit Balzer" <smallhouse@arcor.de> wrote in message
news:<bo0dmd$16h4jv$1@ID-17298.news.uni-berlin.de>...

> > Könnte es sein, daß du einschlägige Erfahrung mit
Abteilung A, B und C
> > hast?
>
> Wat is dat denn? Eventeull per Email.

Hallo Birgit,

das kann ruhig öffentlich sein.Ich weiß auch nicht warum, dein
Beitrag
hat mir irgendwie suggeriert, du hättest vielleicht Erfahrung mit der
klassischen Ausbildung von Schäferhunden (Abt. A = Fährte, Abt. B =
Unterordnung, Abt C = Schutzdienst, d.h. die drei Disziplinen der
Schutzhundausbildung im SV, Verein für deutsche Schäferhunde. Man
nennt die Einzeldisziplinen dort "Abteilung").

Gruss
K.H.

Topic: Re: An allem ist der Clicker Schuld

 Post subject: Re: An allem ist der Clicker Schuld
Posted: 2003-11-01 11:00:01 

Replies: 8
Views: 852


Birgit Niephaus <bijam@freenet.de> wrote in message
news:<th85qvc8c2rj7783bbbt7bhhbq83ksbj6p@4ax.com>...

Hallo Birgit

> On 31 Oct 2003 09:35:25 -0800, kh.fuss@gmx.de (Karl-Heinz Fuss) wrote:
>
> >Christian Weiss <christian.weiss@inter.net> wrote:
> >
> >> Niemand, der über grundsätzlichste Informationen zum
Thema verfügt,
> >> käme auf die Idee, in einer "brenzligen" Situation
herumzuclickern.
> >> Jeder, der grundsätzlichste Informationen zum Thema hat,
weiß, dass
> >> die Arbeit im Vorfeld stattzufinden hat.
> >
> >Ja und? Mit "kannst du clickern, bis..." war ja nicht
gemeint, in
> >genau der Situation. Sondern daß das Training in dem Moment halt
nicht
> >mehr greift.
>
> Wenn das Training, wie du es nennst, in der Situation nicht mehr greift,
> so wars wohl noch nicht genug Training;-)

Wenn du grundsätzlich 100% Leistung erwartest, hast du natürlich
recht!

> >Außerdem solltest du in diesem Zusammenhang (Clicker)
> >möglichst nicht das Wort "Arbeit" verwenden, das
gehört in einen
> >anderen Ausbildungsbereich (was auch jeder weiß, der über
> >" grundsätzlichste Informationen zum Thema
verfügt").
>
> Ich verfüge nicht über grundsätzlichste Informationen.
Kannst du mir
> bitte erklären was es mir Clicker und dem Wort Arbeit auf sich hat?

Ich auch nicht, die wurden mir in dem Beitrag ja abgesprochen ;-)

Ich wollte damit nur sagen, beim Clickertraining geht es um Spaß und
Spiel (spielerisches Lernen), im Gegensatz zur klassischen
Hundeausbildung, die ja knochentrocken ist und auf Unterordnung und
Gehorsam abstellt, immer mit einer Komponente "Zwang". Letztere
Methode kann man wohl eher mit "Arbeit" bezeichnen. Genau diese
Komponente sollte man beim Klickern vielleicht besser
weglassen.Außerdem mag ich dieses Wort in Zusammenhang mit Hunden
grundsätzlich nicht, aber das ist meine ganz subjektive Meinung.

Gruss,
K.H.

Topic: An allem ist der Clicker Schuld

 Post subject: An allem ist der Clicker Schuld
Posted: 2003-11-01 11:18:00 

Replies: 409
Views: 1558


Petra Funk <PetraFunk@web.de> wrote in message
news:<bo09j3$15me29$1@ID-95608.news.uni-berlin.de>...


> Man kann, das hast Du schon korrekt gesagt, das entsprechende Verhalten
> nicht "wegclickern". Was aber geht, ist, im Vorfeld ein anderes
> Verhalten zu üben und zu bestärken, z.B. dass der Hund zu mir
kommt, im
> Fuss geht, oder abliegt oder ähnliches. Das kann man dann irgendwann
> (und es kann durchaus 3-30 Monate dauern) auch in soöchen kritischen
> Situationen einsetzen. Aber, das geht ja nicht, denn der Hund muss es
> heute können, weil er morgen tot ist :(

Stimmt schon, aber man muß eben einfach einsehen, daß es
Ausnahmesituationen gibt. Ich würde von meinem Hund nicht 100 % der
Zeit 100 % Leistung erwarten, d.h. ich gestehe ihm auch zu, daß es
"mal mit ihm durchgeht". Ich bin der Meinung, in diesen Situationen
hilft kein Training, egal, ob Clicker oder Zwang oder sonstwas. Das
einzige, was hilft, ist solche Situationen rechtzeitig erkennen - und
den Hund an die Leine nehmen.Wenn man erkennt, daß sich eine Rauferei
anbahnt, zum Beispiel. Da vertraue ich dann weder auf Gehorsam noch
auf Clicker, und ich bin bisher gut damit gefahren.


> > möglichst nicht das Wort "Arbeit" verwenden, das
gehört in einen
> > anderen Ausbildungsbereich (was auch jeder weiß, der über
> > " grundsätzlichste Informationen zum Thema
verfügt").
>
>
> Und, wieso darf ich das, was ich mit meinem Terrier mache nicht als
> "Arbeit" bezeichnen? Nur, weil es ihm vielleicht Spass machen
könnte???

Darfst du natürlich, aber die Antwort hast du dir grad selbst gegeben:
Clicker ist m.E. Spaß und Spiel und Freude, die Grundlage des
Clickertrainings - "Arbeit" im Zusammenhang mit Hunden ist (für
mich
zumindest) etwas anderes (klassische Hundeausbildung würde ich
persönlich eher "Arbeit" nennen, aber dabei geht es auch um
andere
Ausbildungsziele).Ich persönlich mag es einfach nicht besonders, in
Zusammenhang mit Hunden von "Arbeit" zu sprechen.

Gruss
K.H.

Topic: An allem ist der Clicker Schuld

 Post subject: An allem ist der Clicker Schuld
Posted: 2003-10-30 13:32:15 

Replies: 409
Views: 1558


"Birgit Balzer" <smallhouse@arcor.de> wrote

> Wie bitte clickert man, wenn meine Rüde einen Rüdenfeind
anmacht, der ihn
> auch anmacht? Beide geifern sich an, zum Hundehirn ist in diesem Moment
> keine Zugang. Wie clickere ich Verhalten weg wie: Aggression an der
Haustür?
> Aggression am Gartentor. Ich kann doch nicht an der Tür stehen und
clickern,
> wenn mein Hund jemanden an den Hals will.

Gar nicht.

Warum willst du ihm das denn abtrainieren??
Das gehört doch zu seiner Natur und seinem Wesen. Verbieg ihn doch
nicht. Territorialverhalten ist völlig normal. Oder soll der Hund
schwanzwedelnd auf jeden (Fremden) zulaufen, der ans Gartentor oder
die Haustür kommt? Ist ja eine grauenhafte Vorstellung (und hat
praktische Nachteile - so ein Hund läuft auch mit jedem X-Beliebigen
mit...).
Wenn meiner eine solche "Aggression" an den Tag legt, gibts viel Lob.
Aber ich würde dieses Verhalten ja auch nicht "Aggression"
nennen.

Das mit dem Rüdenfeind und Rüdenhirn hast du treffend gesagt. Ganz
so,
wie es in der Praxis auch ist. Da kannst du clickern, bis dir die
Finger wund werden (wer etwas anderes behauptet, macht sich selbst
etwas vor - kannst es ja weiter ausprobieren). Außerdem steht nirgends
geschrieben, daß sich alle Hunde grundsätzlich mit allen anderen
Hunden vertragen müssen (nur der Zeitgeist will das so, der nennt
diesen Unfug dann "Sozialisation").

> Diese Beispiele fehlen mir in diesen Büchern, ganz einfach. Ich habe
es
> einfach nicht verstanden wie ich problematisches Verhalten ändere.

Vielleicht solltest du "problematisch" umdefinieren. Problematisch
ist
in meinen Augen nur ein Hund, der unmotiviert (= *aus unserer Sicht*
ohne erkennbaren Grund) Menschen beißt, alles andere ist allenfalls
lästig.

Gruß

Topic: An allem ist der Clicker Schuld

 Post subject: An allem ist der Clicker Schuld
Posted: 2003-10-31 09:35:25 

Replies: 409
Views: 1558


Christian Weiss <christian.weiss@inter.net> wrote in message
news:<bnt9iu.3vvqul7.1@christian.weiss.berlin.snafu.de>...

> Niemand, der über grundsätzlichste Informationen zum Thema
verfügt,
> käme auf die Idee, in einer "brenzligen" Situation
herumzuclickern.
> Jeder, der grundsätzlichste Informationen zum Thema hat, weiß,
dass
> die Arbeit im Vorfeld stattzufinden hat.

Ja und? Mit "kannst du clickern, bis..." war ja nicht gemeint, in
genau der Situation. Sondern daß das Training in dem Moment halt nicht
mehr greift. Außerdem solltest du in diesem Zusammenhang (Clicker)
möglichst nicht das Wort "Arbeit" verwenden, das gehört in
einen
anderen Ausbildungsbereich (was auch jeder weiß, der über
" grundsätzlichste Informationen zum Thema verfügt").

Gruß
K.H.

Topic: An allem ist der Clicker Schuld

 Post subject: An allem ist der Clicker Schuld
Posted: 2003-10-31 10:23:34 

Replies: 409
Views: 1558


"Birgit Balzer" <smallhouse@arcor.de> wrote in message
news:<bntb8c$11tdhf$1@ID-17298.news.uni-berlin.de>...

Hallo,

> mal stellen, beim weitergehen schnappen. Ich habe das über Platz und
Zwang
> gemacht, weil ich glaube, daß die positive Verstärkung bei
diesem Verhalten
> ihre Grenzen hat. Ich denke, der Hund hat ein größeres
Interesse sein Revier
> zu verteidigen, als von mir ein Leckerli zu bekommen.

Das sehe ich genauso. Ab einer bestimmten Trieblage ist vielen Hunden
das Leckerli ziemlich egal. Da geht eben nichts ohne Zwang (wir werden
Zwang jetzt aber bitte nicht mit "Mißhandlung" verwechseln).

> Ich bin auf dem gleichen Trip, mein Hund sucht sich seine Freunde aus. Er
> mag genauso wenig jeden Hund wie ich jeden Menschen mag. Und wer mich
blöde
> von der Seite anmacht, mit dem habe ich ja auch keine Lust mehr zu
> kommunizieren. So sehe ich das beim Hund auch, wer weiß schon, was
der
> andere Hund körpersprachlich rüberbringt?

Ja, aber damit sind wir, glaube ich, definitiv in der Minderheit. Man
kann es ja oft genug beobachten - ich persönlich verstehe nicht, wie
leichtfertig die Leute mit ihren Hunden umgehen, wenn sie die völlig
sorglos aufeinander los lassen und es dann zu Keilereien mit
Verletzungen und TA-Besuchen und TA-Kosten kommt. Meistens ist dann
das Geschrei ja auch groß, und einer schiebt es auf den anderen.

> Ich könnte jede Aggression meines Hundes erklären. Mein Hund mag
nicht von
> Fremden angefasst werden, er würde zuschnappen. Das wird dann aber
als
> gestört bezeichnet.

Gestört sind wohl eher die, die einfach hinfassen.

>Als ich Kind war, konnte man die wenigsten Hunde einfach
> so anfassen. Damals war das völlig normal, heute muß man
Lämmer an der Leine
> haben.

Ach, ein Generationstreffen ;-)
Man konnte schon, aber es tat nicht gut. "Damals" schärfte man
ja
schon den Kindern ein, fremde Hunde nicht
anzufassen.Bezeichnenderweise gab es "damals" auch keine
Hundeproblematik (Stichwort Kampfhund/Listenhund). Die größeren und
"schärferen" Hunde waren erstens i.d.R. besser
ausgebildet/erzogen,
und zweitens ließ man damals seinen Hund auch nicht grundsätzlich
unkontrolliert durch die Gegend laufen.

> Problematisch wird es eben dann, wenn man dieses Verhalten nicht
> unter Kontrolle hat. Ich kann meinen Hund lesen, Problematisch habe ich
es
> deswegen genannt, weil man mit so einem Hund mehr Problem hat, als mit
einem
> verträglichen, nicht wehrbereiten Hund. Ich habe beides, und finde
meinen
> Hündin absolut unproblematisch, dafür läßt sie aber
auch jeden zur Tür rein
> und freut sich.

Letzteres ist genau der Typ Hund, den man heute haben will. Spricht ja
auch nichts dagegen, solange das Individuum so gelagert ist oder
meinetwegen auch die Mehrheit einer Rasse. Nur gibt es andere (meine
die Mehrheit einer spez. Rasse), und die sollte man dann auch nicht um
jeden Preis "verbiegen". Wenn man einen Hund mit einem hohen
Wehrtriebanteil hat, ist man als Halter eben in der Pflicht,
verantwortungsvoll mit ihm umzugehen, da darf ich dann nicht einfach
sagen "grundsätzlich keine Leine", "grundsätzlich kein
Zwang" etc. Und
man sollte dann Ausbildungsziele nicht um jeden Preis an einer
spezifischen Methode festmachen, wie dem Clicker, nur weil der im
Moment populär ist (außerdem glaube ich nicht jedem - wer
weiß, ob
(z.B.) Der-mit-dem-Hund-tanzt seinem Hund nicht das E-Gerät
umschnallt, wenn keiner zusieht... oder der mit dem Clicker). Womit
ich jetzt doch noch den Bogen zum Thema spannen konnte.


> Mir ging es nich um das Lösen meiner Probleme, sondern darum,
daß ich denke,
> das man nicht alles Clickern kann. Das es ohne Zwang nicht geht. Ich habe
> obenstehende Beispiele genannt, weil ich der Meinung bin, dort ist der
> Clicker am Ende seiner Möglichkeiten. Ich würde mich sehr gerne
vom
> Gegenteil überzeugen lassen.

Keine vernünftige Ausbildung (großer und potentiell
gefährlicher
Hunde) kommt ohne Zwang aus. Man muß ja auch unterscheiden, wozu man
ausbildet: Spaß und Spiel und Kunststückchen, oder Gehorsam und
Unterordnung. Das sind zwei Paar Stiefel.Am Gehorsam fehlts den
meisten. Aber zur Ausbildung Richtung Gehorsam ist man als Hundehalter
verpflichtet, je nach Rasse, Größe und Wesen.

Fand deinen Beitrag sehr angenehm.

Gruß
K.H.
P.S.
Könnte es sein, daß du einschlägige Erfahrung mit Abteilung A,
B und C
hast?

Topic: An allem ist der Clicker Schuld

 Post subject: An allem ist der Clicker Schuld
Posted: 2003-11-01 10:51:44 

Replies: 409
Views: 1558


"Birgit Balzer" <smallhouse@arcor.de> wrote in message
news:<bo0dmd$16h4jv$1@ID-17298.news.uni-berlin.de>...

> > Könnte es sein, daß du einschlägige Erfahrung mit
Abteilung A, B und C
> > hast?
>
> Wat is dat denn? Eventeull per Email.

Hallo Birgit,

das kann ruhig öffentlich sein.Ich weiß auch nicht warum, dein
Beitrag
hat mir irgendwie suggeriert, du hättest vielleicht Erfahrung mit der
klassischen Ausbildung von Schäferhunden (Abt. A = Fährte, Abt. B =
Unterordnung, Abt C = Schutzdienst, d.h. die drei Disziplinen der
Schutzhundausbildung im SV, Verein für deutsche Schäferhunde. Man
nennt die Einzeldisziplinen dort "Abteilung").

Gruss
K.H.

Topic: Re: An allem ist der Clicker Schuld

 Post subject: Re: An allem ist der Clicker Schuld
Posted: 2003-11-01 11:00:01 

Replies: 8
Views: 852


Birgit Niephaus <bijam@freenet.de> wrote in message
news:<th85qvc8c2rj7783bbbt7bhhbq83ksbj6p@4ax.com>...

Hallo Birgit

> On 31 Oct 2003 09:35:25 -0800, kh.fuss@gmx.de (Karl-Heinz Fuss) wrote:
>
> >Christian Weiss <christian.weiss@inter.net> wrote:
> >
> >> Niemand, der über grundsätzlichste Informationen zum
Thema verfügt,
> >> käme auf die Idee, in einer "brenzligen" Situation
herumzuclickern.
> >> Jeder, der grundsätzlichste Informationen zum Thema hat,
weiß, dass
> >> die Arbeit im Vorfeld stattzufinden hat.
> >
> >Ja und? Mit "kannst du clickern, bis..." war ja nicht
gemeint, in
> >genau der Situation. Sondern daß das Training in dem Moment halt
nicht
> >mehr greift.
>
> Wenn das Training, wie du es nennst, in der Situation nicht mehr greift,
> so wars wohl noch nicht genug Training;-)

Wenn du grundsätzlich 100% Leistung erwartest, hast du natürlich
recht!

> >Außerdem solltest du in diesem Zusammenhang (Clicker)
> >möglichst nicht das Wort "Arbeit" verwenden, das
gehört in einen
> >anderen Ausbildungsbereich (was auch jeder weiß, der über
> >" grundsätzlichste Informationen zum Thema
verfügt").
>
> Ich verfüge nicht über grundsätzlichste Informationen.
Kannst du mir
> bitte erklären was es mir Clicker und dem Wort Arbeit auf sich hat?

Ich auch nicht, die wurden mir in dem Beitrag ja abgesprochen ;-)

Ich wollte damit nur sagen, beim Clickertraining geht es um Spaß und
Spiel (spielerisches Lernen), im Gegensatz zur klassischen
Hundeausbildung, die ja knochentrocken ist und auf Unterordnung und
Gehorsam abstellt, immer mit einer Komponente "Zwang". Letztere
Methode kann man wohl eher mit "Arbeit" bezeichnen. Genau diese
Komponente sollte man beim Klickern vielleicht besser
weglassen.Außerdem mag ich dieses Wort in Zusammenhang mit Hunden
grundsätzlich nicht, aber das ist meine ganz subjektive Meinung.

Gruss,
K.H.

Topic: An allem ist der Clicker Schuld

 Post subject: An allem ist der Clicker Schuld
Posted: 2003-11-01 11:18:00 

Replies: 409
Views: 1558


Petra Funk <PetraFunk@web.de> wrote in message
news:<bo09j3$15me29$1@ID-95608.news.uni-berlin.de>...


> Man kann, das hast Du schon korrekt gesagt, das entsprechende Verhalten
> nicht "wegclickern". Was aber geht, ist, im Vorfeld ein anderes
> Verhalten zu üben und zu bestärken, z.B. dass der Hund zu mir
kommt, im
> Fuss geht, oder abliegt oder ähnliches. Das kann man dann irgendwann
> (und es kann durchaus 3-30 Monate dauern) auch in soöchen kritischen
> Situationen einsetzen. Aber, das geht ja nicht, denn der Hund muss es
> heute können, weil er morgen tot ist :(

Stimmt schon, aber man muß eben einfach einsehen, daß es
Ausnahmesituationen gibt. Ich würde von meinem Hund nicht 100 % der
Zeit 100 % Leistung erwarten, d.h. ich gestehe ihm auch zu, daß es
"mal mit ihm durchgeht". Ich bin der Meinung, in diesen Situationen
hilft kein Training, egal, ob Clicker oder Zwang oder sonstwas. Das
einzige, was hilft, ist solche Situationen rechtzeitig erkennen - und
den Hund an die Leine nehmen.Wenn man erkennt, daß sich eine Rauferei
anbahnt, zum Beispiel. Da vertraue ich dann weder auf Gehorsam noch
auf Clicker, und ich bin bisher gut damit gefahren.


> > möglichst nicht das Wort "Arbeit" verwenden, das
gehört in einen
> > anderen Ausbildungsbereich (was auch jeder weiß, der über
> > " grundsätzlichste Informationen zum Thema
verfügt").
>
>
> Und, wieso darf ich das, was ich mit meinem Terrier mache nicht als
> "Arbeit" bezeichnen? Nur, weil es ihm vielleicht Spass machen
könnte???

Darfst du natürlich, aber die Antwort hast du dir grad selbst gegeben:
Clicker ist m.E. Spaß und Spiel und Freude, die Grundlage des
Clickertrainings - "Arbeit" im Zusammenhang mit Hunden ist (für
mich
zumindest) etwas anderes (klassische Hundeausbildung würde ich
persönlich eher "Arbeit" nennen, aber dabei geht es auch um
andere
Ausbildungsziele).Ich persönlich mag es einfach nicht besonders, in
Zusammenhang mit Hunden von "Arbeit" zu sprechen.

Gruss
K.H.
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