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gitti kirnbauer wrote:
> hallo liebe newsgroup-leser!
>
> mein hund hat seit gestern eine beule zwischen den zehen.
Was für ein Hund?
> sie sieht aus wie ein grosser, entzündeter pickel.
Das kann diverses sein, und zwar je nach Rasse -- deswegen meine
Frage.
> an einer stelle schaut es aus, als könne man den eiter
> "rausquetschen" wie bei einem pickel.
Als wichtigste Ursache kommen in Frage:
-- Fremdkörper (Granne, Steichnen, Glassplitter etc) in eine
Schweißdrüse (ja, zwischen den Zehen haben Hunde sowas)
eingedrungen -- dann ab zum Tierarzt, entfernen lassen.
-- Anlagebedingte [1] Interdigital-Zysten: Dabei entwickelt der Hund
ohne offensichtliche äußere Anlässe genau solche Symptome, was
innerhalb von 12-24 Stunden zu einem ganz dicken "Dippel" (bddt:
"Beule") zwischen den Zehen führt und ziemlich schmerzhaft
werden
kann, i.d.R. aber vom Hund binnen kürzester Zeit weichgeleckt wird.
> der hund scheint unter dem ding nicht sehr zu leiden, allerdings
> schleckt er viel dran rum.
Eben -- also stört es ihn.
Wenn es eine Interdigital-Zyste ist und sie bereits so weit offen ist,
dass sich eitrige Pampe nach unten zwischen die Ballen herausdrücken
lässt, dann kann mensch die Hundepfote in warmes Wasser stellen (so
warm es der Hund gerade noch aushält, ggf. mit etwas Sehmierseife
versetzt als Zugmittel) und anschließend die Beule mit einem
geschickten Griff nach unten zur ohnehin vorhandenen natürlichen
Öffnung ausdrücken. IdR wird der Hund einmal kurz aufjammern (wenn
überhaupt), und weitere 24-36 Stunden später ist von dem Ding nix
mehr
zu sehen.
Sollte das Teil einen Eiterpunkt auf der *Oberseite* entwickeln, ist
eher ein Fremdkörper zu vermuten, dann ist nix mehr mit einweichen und
aufdrücken, dann ist der Tierarzt angesagt.
> weiss jemand rat? muss ich zum tierarzt oder soll ich noch abwarten?
Da Du Dich nicht traust, selbst irgendwas dran zu tun, gitl die Regel:
Ab zum Tierarzt -- schon allein, um abzuklären, was es ist
(Fremdkörper oder andere Ursache).
[1] Interdigitalzysten vor allem bei den Molossoiden relativ häufig,
können aber auch so ziemlich alle anderen Rassen betreffen. Die
Ursache ist nicht genau bekannt, vermutet wird (lt meinem TA) eine
Kombination aus latenter Kontaktallergie und physikalischen Einflüssen
(etwa Streusalz plus Reizung durch Splitt im Winter, Bakterien/Pilze +
Reizung durch Sand im Sommer). Wenns nicht allzu häufig auftritt, ist
es idR kein Problem; falls der Hund das regelämßig bekommt,
Bedingungen beobachten.
"Heilbar" ist das eigentlich nicht, wohl aber können die
betroffenen
Schweißdrüsen operativ entfernt werden -- sollte aber nur in
Extremfällen unternommen werden.
HTH
Helmut & Chester
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